2. kantonale SoSoz-Tagung
Freiwilliger Kindesschutz hat im Schweizer Recht Vorrang vor behördlichen Eingriffen – doch die Praxis im Kanton Solothurn hinkte diesem Grundsatz lange hinterher. Im Kanton Solothurn wurden bislang zum Teil selbst dann behördliche Massnahmen angeordnet, wenn die Eltern kooperationsbereit waren. Hauptgrund war nicht der Kindeswohlgefährdung geschuldet, sondern der zum Teil komplizierten oder fehlenden Finanzierung freiwilliger Angebote durch die Sozialregionen. Die drei KESB-Regionen haben ihre Praxis inzwischen angepasst und setzt vermehrt auf freiwillige Massnahmen – eine Entwicklung, die nicht nur dem Gesetz, insbesondere Art. 307 Abs. 1 des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB, SR: 210) entspricht und die Zusammenarbeit mit den Eltern stärkt, sondern auch erhebliche Verfahrenskosten einspart. Dadurch rückt die Frage in den Fokus: Wie können freiwillige Massnahmen finanziert, frühzeitig erkannt und in den Sozialregionen einheitlich umgesetzt werden? Unsere Fachtagung bietet Inputs von Expert:innen, Raum für Austausch zu Best Practice und die Chance, eine gemeinsame Haltung zu entwickeln. Ziel ist es, Handlungsbedarf zu klären, Kostenfolgen zu verstehen und die Zusammenarbeit zwischen KESB, Sozialregionen und Koordinationsstellen zu verbessern. Wir laden Sie herzlich ein, mit uns diesen wichtigen Schritt zu gehen.
Mitwirkende:
- Vertretung aus dem Amt für Gesellschaft und Soziales (AGS) der Koordinationsstelle ausserfamiliäre Unterbringung, Simon Marschall
- Vertretungen aus der Praxis, Fachexperten im Bereich Kindesschutz, Rahel Makwana (SDOL) und Furkan Yazici (SRD)
- Vertretung der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Solothurn, Stefan Armenti
- Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaft (ZHAW Soziale Arbeit), Prof. Dr. Andreas Jud
Unterlage
Zielgruppe
- Fallführende aus den Sozialregionen im Bereich Kindesschutz
- Behördenmitglieder und Mitglieder aus den Sozialkommissionen
Ziele
- Aufzeigen des Handlungsbedarfs und der Kostenfolge
- Teilen der Erfahrungswerte aus den Sozialregionen, Austausch zu Best Practice
- Gemeinsame Haltung in Bezug auf freiwilligen Kindesschutz entwickeln
- Angleichung der Abläufe unter den Sozialregionen
Veranstaltungsort
Kapuzinerkloster Solothurn
Kapuzinerstrasse 18
4500 Solothurn
Lageplan
Weitere Information
Wir empfehlen die Anreise mit dem öffentlichen Verkehr. Sie erreichen das Kapuzinerkloster mit dem Bus ab Bahnhof Solothurn (Bus Nummer 4 Richtung Rüttenen oder Bus Nummer 1 Richtung Oberdorf SO, aussteigen bei der Station «Zentralbibliothek»). Von dort aus sind es noch 4 Minuten (300 Meter) zu Fuss. Falls Sie dennoch mit dem Auto anreisen, empfehlen wir das Parkieren im Bieltor Parking.
Allgemeine Angaben
Kontaktperson: Larissa Matthey
Tel. 032 685 13 05
larissa.matthey@sosoz.ch
Kosten
Die Tagung kostet pro Person CHF 100.- (kostendeckend). Dieser Betrag dient ausschliesslich der Deckung der anfallenden Seminar- und Referentenkosten sowie der Verpflegung. Zum Essen wird es ein vegetarisches Überraschungs-Menü (saisonal und regional) geben.
Anmeldeschluss ist am Sonntag, 13. September 2026 (23:59 Uhr).